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Beginnend mit der Wiedergründung des Schlesischen Museums wurde eine selbständige Sammlung der Fotografie kontinuierlich aufgebaut. Man ist ursprünglich davon ausgegangen, eine Fotothek für Ikonografie der Geschichte und Kultur Oberschlesiens aufzubauen. Später wurden außer Archivbildern auch professionelle zeitgenössische Fotografien von dokumenta-rischem und künstlerischem Wert gesammelt. Die Galerie umfasst somit eine Fotografie-sammlung nach Themen und nach jeweiligem Autor.


Sammelbestände, die beginnend mit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kdatiert werden, zählen über 35 000 Fotografien und reichen von den ältesten Daguerrotypen bis zur Gegen-wart. Davon gibt es beinahe 12 500 Archivbilder: Positiv-Fotografien (8 500) sowie Glas- und Zelluloidnegativen (4 000).


Zur Zeit bildet die gesamte Sammlung eine Fotothek, die nicht nur mit der Region Oberschle-sien verbunden ist – auch wenn sie hauptsächlich vielschichtige Schicksale oberschlesischer Familien und deren kulturelle Vielfalt widerspiegelt, die sich sowohl aus den historischen Umwandlungen, als auch aus den damit im Zusammenhang stehenden Migrationen gespeist hat. Die Fotothek bringt die Entwicklung und den historischen Stellenrang Schlesiens vor dem Hintergrund der Geschichte Europas, die wirtschaftliche Bedeutung dieser Region sowie das Problem der Umweltverschmutzung zum Ausdruck.

Einmarsch der polnischen Streitkäfte in Katowice (Kattowitz) unter Anführung von General Stanisław Szeptycki, 20. Juni 1922

Eine Fotografie aus Archivbeständen des Schlesischen Museums

Eine Fotografie aus Archivbeständen des Schlesischen Museums

Waffenübergabe an die Soldaten des Polnischen Heeres, 1938 (rechts im Hintergrund ist das heutige Gebäude Schlesischen Museums zu sehen)

 

Die Fotothek gliedert sich in einige thematische Sammlungen . Darunter gibt es Fotografien, welche die historische Entwicklung beginnend mit dem Ersten Weltkrieg, über schlesische Aufstände und die Volksabstimmung in Oberschlesien von 1921 bis hin zu der gesellschafts-politischen Wende in Polen in den ausklingenden 80er Jahren des 20. Jahrhunderts dokumen-tieren.

 

Die Sammlung der Alltagsfotografie und der sozialen Fotografie veranschaulicht zivilisato-rische und kulturelle Umwandlungen innerhalb unterschiedlicher gesellschaftlicher Bevölke-rungsgruppen in Oberschlesien. Diese Fotografien erfassen sowohl allgemeingesellschaftliche, als auch durchaus familiäre Ereignisse. Es gibt darunter auch Fotografien, die einzelne, nacheinander folgende Etappen des menschlichen Lebens widerspiegeln – Tauffeier, Erst-kommunion, Schuljahre, Hochzeitsfeier und Beisetzung.

 

In der Sammlung der ethnografischen Fotografie sind 649 Glas- und Zelluloidnegativen von Mieczysław Gładysz besonders sehenswert. Diese Sammlung ist in der Zwischenkriegszeit während vor Ort durchgeführter Forschungen zur Kultur der Goralen in den Schlesischen Beskiden entstanden. Die landschaftliche Vielfalt, Ansichten einzelner Ortschaften und Dör-fer sowie Baudenkmäler zeigt die Sammlung der Fotografie zum architektonisch-städtebaulichen Umfeld.

 

 

Ein Junge am Tag der Heiligen Erstkommunion mit seinen Eltern und Schwester, Bytom (Beuthen), um 1915

Eine Fotografie aus Archivbeständen des Schlesischen Museums

Eine Fotografie aus Archivbeständen des Schlesischen Museums

Eine Fotografie aus Archivbeständen des Schlesischen Museums


 Eine interessante Sammlung machen Porträtfotografien aus, von denen die ältesten in ca. das Jahr 1850 zurückdatiert werden. Diese stellen Menschen aus verschiedenen Regionen Polens in den ehemaligen Grenzen dar, die in den zu damaliger Zeit ältesten Fotogeschäften fotografiert wurden. Diese Fotografien sind damit eine reichhaltige Wissensquelle zur Er-schließung von Alltag und soziologischem Umfeld der Fotografierten. Sie stellen zugleich ein geeignetes Forschungsmaterial zur Geschichte der Fotografie schlechthin dar. 


Das Schlesische Museum hat während seiner Tätigkeit eine recht vielfältige, eigene fotografische Dokumentation erstellt und auf dieser Grundlage eine gesonderte Sammlung mit über 25 000 Objekten aufgebaut.

 

Außer den in der Hauptsammlung untergebrachten o.e. Fotografiengruppen, existieren noch Bilder und Negativen, die wegen vorhandener Qualitätsmängel keine Aufnahme in die Samm-lung gefunden haben. Mittels elektronischer Bildverarbeitung sind sie allerdings als ein wert-volles Ergänzungsmaterial zu den übrigen Fotografien anzusehen. Zu den Archivbeständen gehört auch die Dokumentation, die aus Forschungen und Recherchen vor Ort hervorgegan-gen ist, die einzelne Abteilungen des Schlesischen Museums im Rahmen ihrer Aufgabenstel-lung durchgeführt hatten. 


Zwecks Erstellung einer umfangreichen Dokumentation zur Entwicklung des gesamten künstlerischen Umfelds werden im Rahmen der zur Zeit im Aufbau begriffenen Sammlung der oberschlesischen Fotografie Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler erworben, die einen sowohl dokumentarischen, als auch einen künstlerischen Wert darstellen.     

Eine Fotografie aus Archivbeständen des Schlesischen Museums

Oberschlesier besuchen Ägypten, erste Hälfte des 20. Jahrhunderts

Fot. Halina Holas-Idziakowa und Leonard Idziak, erste Hälfte des 20. Jahrhunderts

Fot. Zofia Rydet, Bild aus der Reihe Obsesje (Obsessionen)


Galerie der Polnischen Malerei

 

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Theater Vieler Kulturen

 

Die Veranstaltungsreihe richtet sich an Alle, die sich für Kunst, Anthropologie, Ethnografie und die Tradition des Theaters interessieren.>>>

 
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