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Beginnend mit der Wiedergründung des Schlesischen Museums wurde
eine selbständige Sammlung der Fotografie kontinuierlich aufgebaut. Man ist
ursprünglich davon ausgegangen, eine Fotothek für Ikonografie der Geschichte und
Kultur Oberschlesiens aufzubauen. Später wurden außer Archivbildern auch
professionelle zeitgenössische Fotografien von dokumenta-rischem und
künstlerischem Wert gesammelt. Die Galerie umfasst somit eine
Fotografie-sammlung nach Themen und nach jeweiligem Autor.
Sammelbestände, die beginnend mit der zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts kdatiert werden, zählen über 35 000
Fotografien und reichen von den ältesten Daguerrotypen bis zur
Gegen-wart. Davon gibt es beinahe 12 500 Archivbilder: Positiv-Fotografien (8
500) sowie Glas- und Zelluloidnegativen (4 000).
Zur Zeit bildet die gesamte Sammlung eine Fotothek, die
nicht nur mit der Region Oberschle-sien verbunden ist – auch wenn sie
hauptsächlich vielschichtige Schicksale oberschlesischer Familien und deren
kulturelle Vielfalt widerspiegelt, die sich sowohl aus den historischen
Umwandlungen, als auch aus den damit im Zusammenhang stehenden Migrationen
gespeist hat. Die Fotothek bringt die Entwicklung und den historischen
Stellenrang Schlesiens vor dem Hintergrund der Geschichte Europas, die
wirtschaftliche Bedeutung dieser Region sowie das Problem der
Umweltverschmutzung zum Ausdruck.
Die Fotothek gliedert sich in einige thematische Sammlungen . Darunter gibt es
Fotografien, welche die historische Entwicklung
beginnend mit dem Ersten Weltkrieg, über schlesische Aufstände und
die Volksabstimmung in Oberschlesien von 1921 bis hin zu der
gesellschafts-politischen Wende in Polen in den ausklingenden 80er Jahren des
20. Jahrhunderts dokumen-tieren.
Die Sammlung der Alltagsfotografie und
der sozialen Fotografie veranschaulicht zivilisato-rische und
kulturelle Umwandlungen innerhalb unterschiedlicher gesellschaftlicher
Bevölke-rungsgruppen in Oberschlesien. Diese Fotografien erfassen sowohl
allgemeingesellschaftliche, als auch durchaus familiäre Ereignisse. Es gibt
darunter auch Fotografien, die einzelne, nacheinander folgende Etappen des
menschlichen Lebens widerspiegeln – Tauffeier, Erst-kommunion, Schuljahre,
Hochzeitsfeier und Beisetzung.
In der Sammlung der ethnografischen Fotografie sind 649 Glas- und
Zelluloidnegativen von Mieczysław Gładysz besonders sehenswert. Diese Sammlung
ist in der Zwischenkriegszeit während vor Ort durchgeführter Forschungen zur
Kultur der Goralen in den Schlesischen Beskiden entstanden. Die landschaftliche
Vielfalt, Ansichten einzelner Ortschaften und Dör-fer sowie Baudenkmäler zeigt
die Sammlung der Fotografie zum architektonisch-städtebaulichen Umfeld.
Eine interessante Sammlung machen Porträtfotografien aus, von denen die ältesten in ca.
das Jahr 1850 zurückdatiert werden. Diese stellen Menschen aus verschiedenen
Regionen Polens in den ehemaligen Grenzen dar, die in den zu damaliger Zeit
ältesten Fotogeschäften fotografiert wurden. Diese Fotografien sind damit eine
reichhaltige Wissensquelle zur Er-schließung von Alltag und soziologischem
Umfeld der Fotografierten. Sie stellen zugleich ein geeignetes
Forschungsmaterial zur Geschichte der Fotografie schlechthin dar.
Das Schlesische Museum hat während seiner Tätigkeit eine
recht vielfältige, eigene fotografische
Dokumentation erstellt und auf dieser Grundlage eine gesonderte
Sammlung mit über 25 000 Objekten aufgebaut.
Außer den in der Hauptsammlung untergebrachten o.e.
Fotografiengruppen, existieren noch Bilder und Negativen, die wegen vorhandener
Qualitätsmängel keine Aufnahme in die Samm-lung gefunden haben. Mittels
elektronischer Bildverarbeitung sind sie allerdings als ein wert-volles
Ergänzungsmaterial zu den übrigen Fotografien anzusehen. Zu den Archivbeständen
gehört auch die Dokumentation, die aus Forschungen und Recherchen vor Ort
hervorgegan-gen ist, die einzelne Abteilungen des Schlesischen Museums im Rahmen
ihrer Aufgabenstel-lung durchgeführt hatten.
Zwecks Erstellung einer umfangreichen Dokumentation zur
Entwicklung des gesamten künstlerischen Umfelds werden im Rahmen der zur Zeit im
Aufbau begriffenen Sammlung der oberschlesischen Fotografie Arbeiten
zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler erworben, die einen sowohl
dokumentarischen, als auch einen künstlerischen Wert
darstellen.
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