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[15. Dezember 2011 – 8. Februar 2012]


 

„Das nicht verlorene Paradies oder eine Erzählung von den Gärten” thematisiert den Stellenwert von Gärten in der europäischen Kultur in ästhetischer und philosophischer Hinsicht. Thematisch reicht die Ausstellung von der Vorstellung eines paradiesischen Gartens über die Gärten als besondere Orte bis hin zur Erklärung der Gartensymbolik und ihrer einzelnen Bedeutungen. Zugleich setzt sich die Ausstellung mit der Amateurkunst in Oberschlesien und Polen auseinander, die ja einen komplexen Bestandteil der egalitären Kultur ausmacht, welche sich wiederum u.a. auf die Naive und Intuitive Kunst zurückgeht.
 
Der Garten gilt in der Tradition und der kollektiven Vorstellung als ein magischer Ort, der zugleich als Wiege der Menschheit und als das gelobte Land betrachtet wird. Kein Wunder also, dass dem metaphysischen Raum eine umfassende und vielfältige Symbolik innewohnt, die sich auf viele Bereiche des menschlichen Lebens bezieht und in zahlreichen Kulturen ähnliche Züge aufweist. Über Jahrtausende hinweg ist der Garten zum festen Bestandteil der Kultur geworden: er hielt Einzug in Literatur, Musik, bildende Künste und ist Teil der Alltagsrealität geworden. 
  

Piotr Chmielarski, Gorgonie 2007 Jan Nowak, Paradiesapfelbaum Marek Idziaszek, Offenbarung

 

 
Das Konzept der Ausstellung sieht Präsentationen meist bekannter Naturtalente aus Oberschlesien und anderen polnischen Regionen vor. Es umfasst daher theosophisch inspirierte „Gärten der Phantasie“ des in Kattowitz/Katowice geborenen und in Bromberg/Bydgoszcz verstorbenen Teofil Ociepka, des weiteren die von der Symbolik des Fernen Ostens getragenen „Gärten der Liebe“ von Erwin Sówka – eines sowohl in Polen als auch im Ausland hochgeschätzten Künstlers. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung einen märchenhaft stilisierten und von symbolisch-philosophischer Aussagekraft geprägten Garten-Zyklus von Jan Nowak. Es fehlt auch nicht an Darstellungen von Hausgärten. Hier findet der Besucher u.a. die charakteristischen Gärten der Kattowitzer Siedlung Gieschewald/Giszowiec, deren Baukonzept nach Absicht der Architekten bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts dem Prinzip der „Gartenstadt“ folgte. Autor einzelner Darstellungen der Siedlung Gieschewald, die sich durch einen dokumentarähnlichen Stil auszeichnen, ist Ewald Gawlik. Ein weiteres interessantes Element der Ausstellung sind Schrebergärten, wie sie in der heutigen Landschaft immer seltener vorzufinden sind. Vom Garten als einem heiligen Ort, wo man Gott begegnet,  erzählen u.a. Bilder von Marek Idziaszek (Meister der Glasmalerei) und Marianna Wiśnios. Die Ausstellung wird abgerundet durch Werke von Bazyli Albiczuk aus Dąbrowica Mała bei Biała Podlaska, der als Verehrer von Gärten gilt. Albiczuk schwärmt von den Gärten und verewigt sie sowohl als Maler auf der Leinwand als auch als Gestalter in der realen Welt vor seinem Haus.
 
Wir hoffen, mit der Präsentation des Phänomens „Garten“, die sich sowohl auf dessen archetypische Vorstellung als auch auf seine Bedeutung im Alltag bezieht, das Interesse an der sog. Amateurkunst zu fördern und die Besucher zum Nachdenken über die Schönheit der Natur anzuregen.
Ausstellungskuratorin: Sonia Wilk

 

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