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Die Umsetzung des Konzepts zur Errichtung eines Neubaus des Schlesischen Museums in Katowice (Kattowitz) ist eines der Schlüsselprojekte der Woiwodschaft Schlesien. Im Jahre 2005 wurde dem Museum ein für derartige Investition erfordrlicher Standort zur Verfügung gestellt – das postidustrelle Gelände des einstigen Steinkohle-Bergwerks „Katowice”, das sich in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum befindet.

 

Außer der Errichtung eines modernen Neubaus wurde im Rahmen des beabsichtigten Bauvor-habens vorgesehen, einen Teil vorhandener, unter Denkmalschutz stehender postindustrieller Objekte und Anlagen aus dem ausgehenden 19. und vom Anfang des 20. Jahrhunderts im Sinne einer Nachnutzung an die künftige Museumseinrichtung die anzupassen. Von den post-industriellen Objekten sind etwa zwei bis heute bestehende Schächte zu nennen – „Warszawa II” und der außergewöhnlich wertvolle „Bartosz” mit einer einzigartigen Dampfzugmaschine aus dem 19. Jahrhundert.


Die ehemalige Grube Katowice

 Die ehemalige Grube Katowice

 

 Die ehemalige Grube Katowice

 

Wettbewerb für archtiektonisches Konzept des Neubaus des Schlesischen Museums

Der international ausgerichtete Wettbewerb für architektonisches Konzept des Neubaus des Schlesischen Museums sowie postindustrielle Nachnutzung und wirtschaftliche Erschließung eines Geländeteils der alten Kohlgrube „Katowice” wurde am 30. Oktober 2006 ausgelobt.
Die Wettbewerbsausschreibung beinhaltete folgende Aufgabenstellung:
• Erarbeitung und Erstellung eines städtebaulich-architektonischen Konzepts des neuen Hauptgebäudes,
• Errichtung einer neuen Vorhalle,
• Errichtung einer neuen Eingangszone zum Schachtturm „Warszawa II” durch Anbau eines Lift- und Treppenturms, 
• Anpassung der Maschinenhalle des Schachts „Warszawa II”,
• Anpassung des Gebäudes des ehemaligen Lagers für Arbeitskleidung. 

 

Die Gesamtfläche zur postindustriellen Nachnutzung und wirtschaftlichen Neuerchließung beträgt ca. 2,7 ha., was 1/3 des für die Errichtung des Neubaus bestimmten Geländes aus-macht.

 

Das Ergebnis des Architektenwettbewerbs wurde am 15. Juni 2007 der Öffentlichkeit be-kannt gegeben. Von den insgesamt 18 eingesandten Arbeiten hat man sich für das Projekt eines österreichischen Architektenbüros Riegler Riewe Architekten ZT-Ges.m.b.H in Graz entschieden. Laut Projekt sollten sämtliche Stockwerke des Hauptgebäudes unter der Erdoberfläche errichtet werden. Auf der Oberfläche kommen lediglich einige Glastürme zum Vorschein, welche die „unter Tage“ angesiedelten Expositionen mit Tageslicht versorgen wer-den. Dank einer solchen städtebaulich-architektonischen Lösung werden die unter Denkmal-schutz stehenden Gebäude und Anlagen der alten Kohlgrube trotz ihrer Lage im Hintergrund durch den Neubau nicht verstellt werden.  

 


Entwurf des Hauptgebäudes im Neubau Schlesischen Museums Makette des Areals der ehemaligen Grube „Katowice“ mit dem Entwurf Neubaus Schlesischen Museums Entwurf des Hauptgebäudes im Neubau Schlesischen Museums


Am 7. Februar 2008 wurde ein Vertrag über die Erstellung vollständiger Projektdokumenta-tion unterzeichnet. Mit den Bauarbeiten soll 2010 begonnen und plangemäß zwei Jahre später, d.h. 2012 abgeschlossen werden. Der geplante, beim Eingang von Wettbewerbsarbeiten kal-kulierte maximale Gesamtbetrag für die Umsetzung des Bauvorhabens beläuft sich auf insge-samt 240 Milionen PLN. Als nächste Etappe der Museumsentwicklung soll die Adaptation sonstiger postindustreller Areale auf dem Gelände der alten Kohlgrube realisiert werden.

 
Kurz zum Neubau des Museums…

Die Ausstellungsfläche wurde im Neubau des Schlesischen Museums auf zwei Ebenen ge-plant. Die Ausstellungsfläche beträgt insgesamt: 6.193,54 m2.  

Im Stockwerk P-2 sollen folgende Sammlungen untergebracht werden:
Polnische Malerei aus dem Zeitraum von 1800 bis 1945 (1.271,56 m2)
Die Gemäldesammlung mit etwa 270 Bildern beherbergt die heutzutage wertvollsten Objekte des Schlesischen Museums. Die Sammlung mit dem berühmten Werk „Żydówka z cytrynami” („Eine jüdische Frau mit Zitronen“) von Aleksander Gierymski liegt ganz oben in der Rangliste derartiger Galerien in Polen. Mehr über die Gemäldesammlung >>>

  • Polnische Malerei nach 1945 (502,25m2)
    Die Gemäldesammlung beherbergt ca. 580 Objekte. Mit der Exposition von Kunstwerken interessantester Kunstschaffender, Vertreter bedeutender Malergruppen und Ideengeber für neue künstlerische Erscheinungen werden die in der polnischen Kunst der Nachkriegszeit vorhandenen Trends wiedergegeben. Darüber hinaus soll demnächst in der Abteilung für zeit-genössische Kunst eine nach Autoren aufgebaute Sammlung eingerichtet werden. Die einzel-nen Kunstwerke werden sodann bei den bedeutendsten polnischen Künstlern bestellt. Mehr über die Sammlung der polnischen zeitgenössischen Malerei >>>
  • Unprofessionele bildende Kunst (450,75 m2)
    Die unprofessionelle Kunst ist ein seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bekanntes, mehrfach beschriebenes und dokumentiertes Phänomen. Die Sammlung, die im Rahmen der im Neubau des Museums geplanten Dauerausstellung zu sehen sein wird, soll Originalität und Eigenart der unprofessionellen Kunst in Oberschlesien vermitteln. In erster Linie gilt es, dies in einem möglichst breiten kulturellen und ideatitätsstiftenden Kontext zu veranschaulichen, wobei ästhetische und künstlerische Aspekte hier auch eine Rolle spielen. Mehr über die Sammlung der unprofessionellen bildenden Kunst >>>


Im Stockwerk P-2 befinden sich auch die Museumskasse (93,85 m2) und Foyer (340,81m2)

Ebene 2, Zugang zur Ausstellung Ebene 2, Zugang zur Ausstellung Ebene 2, Zeitausstellung

Im Stockwerk P-4 wurde die Einrichtung folgender Ausstellungen geplant:

  • Geschichte Oberschlesiens (861,82 m2)
    Die Ausstellung zur Geschichte Oberschlesiens wird gemäß des bereits vorliegenden Konzepts in Anlehnung an die Gestaltung zeitgenössischer moderner Ausstellungen, die heutzutage in unterschiedlichen Museumseinrichtungen weltweit entstehen, aufbereitet werden. Es wird sich daher um eine interaktive, auf unterschiedliche moderne Kommunikationsformen zurückgrei-fende und multimedial aufbereitete sowie mit reichhaltigem Ton- und Filmmaterial ausgestattete Ausstellung handeln.  
    Die Ausstellung wird daruf fokkusieren, die Geschichte der Region, ausgehend von einigen Schlüsselfragen in der vielschichtigen Historie Schlesiens und Oberschlesiens zu erzählen, wobei die für diese Region charakteristische eigene künstlerische, gesellschaftliche und im bestimmten Grade auch sprachliche Identitäten entsprechend hervorgehoben werden sollen (Fragmente der Ausstellung werden auch im gesprochenen oberschlesischen Dialekt erstellt werden, ganz im Sinne des Prinzips zur Pflege und Bewahrung des auch immateriellen Kul-turerbes, die das Museum wahrnehmen soll).
  • Schlesische sakrale Kunst ( 712,54 m2)
    Es handelt sich um eine Sammlung sakraler Kunst, die auf bescheidenen Eigenbeständen aus der Zeit vor 1939 basiert und je nach aktueller Ausgestaltung auf ethnografische Sammlung und die Kollektion der unprofessionellen bildenden Kunst zurückgreift.
  • Zentrum der Polnischen Szenografie (751,75 m2)
    Mehr dazu>>>
  • Zeitausstellungen (879,46 m2)
  • Foyer für Zeitausstellungen (328,75 m2)


Ebene 4, Dauerausstellung

 Ebene 4, Zeitausstellung 

Ein zur Unterbringung von Ausstellungen bestimmter Teil des Neubaus (Foyer) mit einer Gesamtfläche von 103,06 m2 ist auch im Stockwerk P-0 vorgesehen.

 

Zeitaustellungen, die durch das Zentrum der Polnischen Szenografie vorbereitet werden, wer-den auch in einer der bestehenden Gebäudeanlagen der alten Kohlgrube „Katowice“ der Öf-fentlichkeit zugänglich gemacht – und zwar im alten Lager für Arbeitskleidung (Bezeichnung: M/15). Das alte Lager soll – ähnlich wie die sonstigen postindustriellen, brachliegenden Bergwerksanlagen – nach Übergabe des fertigen neuen Hauptgebäudes ebenfalls an museale Nachnutzung angepasst werden. 

 

Außer der eigentlichen Ausstellungsfläche werden im neuen Hauptgebäude des Museums unter der Erdoberfläche u.a. Seminar- und Konferenzräumlichkeiten, ein Lesesaal, ein Raum für die Sammlungen, Atelier für bildende Kunst, Atelier zur Restaurierung und Konservierung von Kunstwerken sowie Fotoateliers, Werkstätten und Sozialräume eingerichtet sein.

 

Das dreigeschossige Gebäude für administrative Zwecke wird auf der Oberfläche errichtet.

„Das Regionale Operationsprogramm der Woiwodschaft Schlesien – eine reale Antwort auf reale Bedürfnisse“
Das Projekt wird von der Europäischen Union aus den Mitteln des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung im Rahmen des Regionalen Operationsprogramms der Woiwodschaft Schlesien für den Zeitraum 2007 – 2013 sowie aus den Mitteln des Ministers für Kultur und Nationales Erbe der Republik Polen gefördert.
 

Galerie der Polnischen Malerei

 

Galerie der Polnischen Malerei >>>

 
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