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Die Galerie der Polnischen Malerei aus dem Zeitraum von
1800-1945 basiert überwiegend auf den noch aus der Vorkriegszeit herrührenden
Sammelbeständen des Schlesischen Museums, deren Ingangsetzung und Aufbau in den
Jahren von 1927-1939 dem damaligen Museumsdi-rektor Dr. Tadeusz Dobrowolski zu
verdanken ist. Die Gemälde wurden in führenden Antiquariaten Krakaus, Warschaus,
Lembergs, anlässlich inländischer Kunstausstellungen, bei Privatpersonen oder
unmittelbar bei den Künstlern sowie in ausländischen Gemäldegalerien – in Paris
und Wien – erworben. Die Gemäldegalerie war vorläufig in einigen geeigneten
Räumlichkeiten des Woiwodschaftsamtes zur Schau gestellt und sollte im Jahre
1940 in den bereits errichteten Neubau des Museums verlegt werden. Allerdings
konnten diese Pläne durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nicht
verwirklicht werden. Das soeben neu fer-tig gestellte Museumsgebäude, eines der
in damaliger Zeit modernsten derartigen Bauwerke in Europa und zugleich Symbol
der polnischen Kultur in Oberschlesien, wurde von den Deut-schen zerstört und
restlos abgetragen. Ein Teil der umfangreichen Sammlungen wurde darauf hin den
Beständen des Oberschlesischen Landesmuseums in Beuthen angeschlossen. Infolge
mangelnder Sicherheitsmaßnahmen, die unter den gegebenen Bedingungen
erforderlich ge-wesen wären, gingen von insgesamt 280 Bildern über 100
Kunstwerke verloren bzw. wurden unwiederbringlich zerstört. Das Schlesische
Museum in Katowice hörte auf zu bestehen.
Nach Kriegsende wurde die Sammlung der polnischen Malerei
weiterhin in Bytom (Beuthen) aufbewahrt, allerdings stand sie unter fachlicher
Betreuung seitens der Mitarbeiter des Schle-sischen Museums, das im Jahre 1950
in „Oberschlesisches Museum” umbenannt wurde. Nach der Wiederaufnahme der
Museumstätigkeit im Jahre 1984 kehrte die Galerie der Malerei aus der
Vorkriegszeit nach beinahe 50 Jahren nach Katowice (Kattowitz) zurück. Die
Sammlung wurde in den Jahren 1985-2009 durch zahlreiche wertvolle Anschaffungen
wichtiger Werke vielgeschätzter polnischer Künstlerinnen und Künstler
erweitert.
Die Galerie der Malerei umfasst bedeutendste Stilrichtungen
und künstlerische Phänomene in der polnischen Kunst von Klassizismus, Realismus
über Romantik, jungpolnische Kunst, Symbolismus, Sezession, Impressionismus bis
zur Malerei der Zwischenkriegszeit.
Hinsichtlich künstlerischer Thematik überwiegen Porträts
mit historischen Personen, bekann-ten Persönlichkeiten, Familienmitgliedern,
Kinder- und Selbstporträts. Darunter gibt es auch zahlreiche Landschaftsbilder,
Alltagsszenen, symbolische und allegorische Szenen, des weite-ren Stillleben und
Bilder mit dargestellten Innenräumen.
Die Mehrzahl der Bilder,
die im Rahmen der Galerie gezeigt werden, gehört zu den größten Leistungen der
polnischen Kunst, etwa derartige Werke wie zum Beispiel: „Błękitny chłopiec”
(„Der blaue Junge“) und „Amazonka” von Piotr Michałowski, die Porträts von
Henryk Rodakowski und Jan Matejko, die Bilder von Józef Chełmoński, das berühmte
Werk „Żydówka z cytrynami” („Eine jüdische Frau mit Zitronen“) von Aleksander
Gierymski, „Sulamitka” („Sulamith”) von Maurycy Gottlieb und „Lato” („Sommer“)
von Aleksander Kotsis, des weiteren Bilder von Vertretern der jungpolnischen
Kunst: Stanisław Wyspiański und Józef Mehoffer, Werke der Symbolisten Jacek
Malczewski, Leon Wyczółkowski und der Impressionisten Józef Pankiewicz und
Władysław Podkowiński; zuletzt die Landschaftsmale-reien von Jan Stanisławski
und die Porträts von Olga Boznańska.
Trotz erlittener erheblicher Kriegsschäden handelt es sich
daher um eine außergewöhnlich wertvolle, bekannte und in Polen hochgeschätzte
Sammlung, die Werke von hohem künstleri-schen Wert beherbergt, welche in
zahlreichen Albums, Lehrbüchern und Ausstellungskatalo-gen abgedruckt sowie bei
sämtlichen bedeutenden Ausstellungen in Polen und bei Präsenta-tionen der
polnischen Kunst im Ausland zur Schau gestellt werden.
Sammlungs- und Ausstellungskuratorin: Katarzyna Jarmuł
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