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[23. Juli – 26. September 2010]
Gegen Ende 1954 trafen sich in einem kleinen Warschauer
Mietszimmer in der ul. Okólnik einige junge Künstler (Marek Oberländer, Jacek
Sienicki und Jan Dziędziora) sowie eine junge Kunsthistorikerin Elżbieta
Grabska. Sie nahmen sich vor, eine landesweite Ausstellung polnischer Kunst zu
organisieren. Den jungen Enthusiasten gelang es, die damaligen politischen
Entscheidungsträger zur Organisation der geplanten Ausstellung zu bewegen, die
im Rahmen des zu dieser Zeit stattfindenden 5. Weltfesti-vals der Jugend und der
Studierenden stattfinden sollte. Da allerdings die als landesweit konzipierte
und international zu agierende Ausstellung nicht bloß als eine ideologiefreie
Präsentation polnischer bildender Kunst belassen werden durfte, wurde dem
Projekt eine Programmüberschrift „Gegen den Krieg – gegen den Faschismus“
hinzugefügt.
Die bereits legändere Ausstellung, allgemein als „Arsenal”
bezeichnet (dieser Name geht auf die Be-zeichnung des Ausstellungsortes zurück),
die zur Zeit der stalinistischen Repressalien organisiert wor-den war, wurde zu
einem symbolischen kulturellen und gesellschaftlichen Ereignis, das nun
gesell-schaftspolitische Umbrüche innerhalb der kommunistischen Herrschaft in
der Volksrepublik Polen an-kündigte. Das künstlerische Ereignis hat eine ganze
Reihe von häufig gegensätzlichen Aussagen und widersprüchlichen Diskussionen
ausgelöst, den man jedoch eine gemeinsame Grundüberzeugung ab-gewinnen konnte:
diese Ausstellung durfte einfach nicht übersehen werden. Darüber wurde bislang
Vieles mehr oder weniger objektiv oder emotional engagiert geschrieben und
gesagt. Dabei konzent-rierte man sich stellenweise auf die künstlerische Aussage
der Ausstellung selbst, man ging aber auch auf die Rolle und den Stellenwert
dieses kulturellen Ereignisses innerhalb der damals anstehenden
gesellschaftlichen Veränderungen ein.
Die Ausstellung mit dem Titel Arsenal 1955. Wende – Episode –
Kontinuität, die nun im Schlesischen Museum anlässlich des 55. Jahrestages
des künstlerischen Ereignisses gezeigt wird, ist eine Erinne-rung an jene
mythische Exposition und zugleich eine mögliche Antwort darauf, welche Rolle
dieser Ausstellung sowohl in der polnischen Kunstgeschichte der Nachkriegszeit
als auch für den individuellen Werdegang der hier nur auszugsweise präsentierten
Künstler zukommt.
Ausstellungskonzept: Joanna Szeligowska-Farquhar
Muzeum Śląska Opolskiego
Medienpartner:
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